(04.06.2025 – Tag 23)
Oh man. Das war eine scheiß Nacht. Ich habe bis um 3 wach gelegen. Ab 2 dachte ich das ich krank werde, weil meine Haut wieder ein bisschen weh tat. Kein gutes Zeichen. Nachdem ich ein paar mal gekotzt habe, ging es langsam besser. Zumindest war mein Magengefühl nicht mehr so schlimm. Keine Ahnung warum es mir so schlecht ging. Vielleicht waren 300g bonschi, Pizza und 4 Dosen schwedisches Bier einfach nicht das beste essen. Aber eigentlich habe ich mir sowas nicht solche Probleme. Ich bin trotzdem um halb 7 aufgewacht und konnte auch nicht mehr einschlafen. Bin also völlig kaputt aus dem Zelt gekrochen, als es gerade anfing zu nieseln. Also schnell alles raus aus dem Zelt. Schlafsack und Isomatte in ihre drybags und Zelt abbauen. Besser ein bisschen nass abbauen, als im strömenden Regen.
Der Regen blieb aber zum Glück aus. Ich habe zum einpacken lange gebraucht. Erstens weil ich nicht fit war und zweitens, weil ich mein Gepäck komplett ausgeräumt habe. Da ich von der Werkstatt die defekten Teile „als Beweis“ für wen auch immer mitgenommen habe wollte ich heute ein Packet nach Deutschland schicken.
Darum habe ich gleich noch mal alles durchgesehen. Ausgemustert habe ich noch:
- Meinen einzigen Pulli, weil der nicht warm genug hielt und ich wann immer Baumwolle versuche zu meiden. Dafür habe ich jetzt einen Fließpulli, den mir Dörte mitgebracht hatte.
- Ein Schlafsack Inlett, das mir zu warm und unpraktisch war, dafür habe ich mein dünneres von Dörte mitgebracht bekommen
- Eine Polsterhose, die ich nicht so gut fand. Dafür hatte ich mir ja neulich eine andere gekauft
Außerdem hat Dörte noch ihren Fahrradständer mit reingepackt, da der sich vor ein paar Tagen verabschiedet hatte.
Der ganze Kram kam also in eine Extratüte. Insgesamt wieder 3,8kg, die ich versuchte loszuwerden.
Ziemlich genau um 11:00 sind wir dann losgefahren. Als ersten Stop haben wir die Werkstatt im Norden von Helsingborg geplant. Der Mechaniker wollte gern das ich nochmal vorbei komme, um zu checken, ob jetzt alles in Ordnung ist nach meine 30km Probefahrt.
Dort angekommen hat er sich wirklich gefreut das alles super ist und hat gesagt ich könnte ihn auch gern jederzeit von unterwegs anrufen, da er mir dann vielleicht aus der Ferne Hilfe geben könnte. War echt cool und fühlte sich inzwischen schon wie eine Freundschaft an. Am Ende wollte er gern noch ein Foto machen wo wir beide und das Bike drauf sind und wünschte mir eine gute Reise und eine schöne Zeit. Ich habe noch gefragt ob ich ihn per Mail erreichen könnte um mich vielleicht mal zu melden.
Ging klar und er hat mir auch gleich das Foto per mail geschickt.
Als nächstes war also geplant die Sachen nach Deutschland zu schicken. Auf meinem Fahrrad konnte ich es auf Dauer nicht Transportieren, also wollte ich es so schnell es geht loswerden. Wir sind dann erstmal in ein DHL Office gegangen. DHL ist hier in Schweden überall. Dort konnten wir das Paket nicht aufgeben, weil man eine Absender Adresse in Schweden braucht. Also weitergefahren und in der nächsten größeren Stadt zu einer Post Nord Filiale. Die waren bemühter, aber das Problem bestand auch hier. Wir sind also erstmal einen Cappuccino trinken gegangen und haben uns überlegt was wir jetzt machen. Eine Nachbarin von Dörtes Eltern hat eine Ferienwohnung in Schweden. Das wäre eine Option. Ich habe dann aber eine andere Möglichkeit probiert. Ich habe den Mechaniker angerufen und gefragt ob ich die Werkstatt als Absender angeben darf. Das fand er irgendwie doof. Statt dessen hat er mir seine Private Adresse gegeben. Das wäre für ihn ok. Was für ein toller Mensch. Ich kann manchmal gar nicht glauben, das jemand sich so selbstlos für mich einsetzt, nur um mir zu helfen und weil er mich unterstützen will. Damit haben wir das Paket dann zu meinen Eltern geschickt. Danach sind wir nur noch an einem Supermarkt abgehalten um Abendbrot und Frühstück für morgen zu kaufen. Danach ging es noch Mal ein bisschen bergig zu. Mit dem einsetzenden Regen sind wir beim Shelter angekommen, wo es dann wie aus Eimern angefangen hatte zu regnen. Wir haben unsere Zelte aufgebaut. Meins habe ich im Shelter aufgebaut. Ich liebe es, dass mein Zelt so kompakt ist. Danach haben wir uns im trockenen essen gemacht und noch Blog und Tagebuch geschrieben. Ich denke ich werde Dörtes Tagebuch-Einträge auch unter einer eigenen Kategorie in meinem Blog veröffentlichen. Ist ja eigentlich auch lustig mal die Reise aus einer andern Sicht zu hören.

