(23.05.2025 – Tag 10)
Heute war ein „Freundlicher Scheißtag“. Die Sonne strahlte teilweise, während ich Hagel abbekam. Aber dazu später.
Ich wachte auf und es regnete tatsächlich nicht. Ich stand auf, sogar ohne Halsschmerzen. Es ist doch gut, sich mal zu schonen, wenn der Körper einen warnt. Ich machte mir Frühstück. Müsli mit Filmjölk. Joghurt essen die Schweden irgendwie nicht so, also esse ich halt was die essen. Irgendwie eine Mischung aus Joghurt und Buttermilch. Eigentlich ganz geil. Naja. Ich packte meinen Kram zusammen, bekam noch Besuch von einem Wanderer und als ich losfuhr fing es schon an zu regnen. Aber die Sonne schien auch. Ich musste eine größere Strecke zurücklegen, weil in der Nähe irgendwie nicht so wirklich shelter und auch keine Campingplätze waren. Bei dem Wetter hatte ich auch wenig Lust im Wald zu campen. Naja. Ich musste ein ganzes Stück wieder zurück fahren. Die gleiche Strecke, die ich vorgestern hingefahren war. Also kam ich wider durch Växjö. Da bin ich erstmal am ICA Markt angehalten. Das ist sowas wie in Deutschland ein Kaufland. Hab mir bonschi, essen und trinken für die nächsten 1-2 Tage geholt. Zusätzlich habe ich mir noch wasserlöslichen Kakao und Tee geholt. Das ist echt geil, wenn es kalt ist, wenigstens was warmes zu frinken.
Im Nachhinein betrachtet hätte ich auch schauen können ob auf dem Weg noch was liegt, damit ich nicht von Anfang an das ganze Gewicht Transportieren muss, aber ich wollte es irgendwie auch hinter mich bringen und schnell ankommen, ohne weiteren Zwischenstopp.
Es echt bergiger als ich erwartet habe. Dazu kam noch das mein Navi mich 3 mal irgendwo in den Wald schickte, weil es meinte da einen tollen Weg gefunden zu haben, aber über einen Bach tragen ging mir dann zu weit und ich musste mir eine zweite Meinung von Google Maps holen, woraufhin ich dann auf die E23 (einen 4 Spurige Schnellstraße) geschickt wurde. Gab wohl keinen anderen Weg.
Unterwegs auf dieser Autobahnähnlichen Straße hat mich fast ein LKW mit seinem Luftdruck den er vor sich herschob, von der Straße abgedrängt hätte. Andere Autos haben gehupt, oder sind einfach nur extrem eng an mir vorbeigefahren. Autofahrer denken oft das ihnen allein die Straße gehört, aber die ist auf für Radfahrer freigegeben. Naja. Auch die Schweden können richtige Arschlöcher sein, wenn sie in ihren Blechkisten sitzen.
Dazu kam gefühlt im 5min. Abstand Platzregen – Hagel – Nieselregen – Sonnenschein – Windböen und Sturm und auch in allen erdenklichen Kombinationen.
Ich habe tatsächlich 500 Höhenmeter gemacht. Das ist echt viel, dafür das Schweden „Flach“ ist. Dafür müsste ich im Wendland einen ganzen Monat Fahrrad fahren.
Egal. Das Wetter war auf jeden Fall extrem wechselhaft. Aber es gab auch zwischendurch mal längere trockene Phasen und ich hatte meine Bonschi immer griffbereit. Als ich nach 75km ankam, war es Abends tatsächlich nochmal schön sonnig. Natürlich mit Nieselregen, aber ich war ja im Shelter. Ich trank 2 Tassen Kakao und 2 Tassen Tee. Jetzt konnte ich das ja. Und ich rief bei einem Campingplatz an, der nur 22km entfernt war und der nur 100 Kronen die Nacht nimmt. Etwas unter 10€. Dann machte ich mir noch was zu essen und langsam alles fürs Schlafen fertig und freute mich auf den Campingplatz.

